Zentrum für Kinderanästhesiologie / Schmerztherapie
Die deutschen Krankenhäuser und die dort praktizierte Medizin gelten zu recht als die Besten der Welt. Optimale, dem Krankheitsbild angepasste Behandlung ist in unserem Land medizinischer Standard. Erstaunlicherweise haben aber nur weniger als die Hälfte der deutschen Krankenhäuser überprüfbare Konzepte und Regelungen zur Akutschmerztherapie getroffen.
Die Asklepios Klinik Sankt Augustin ist seit dem 19.12.2007 eine der ersten beiden Kinderkliniken in Deutschland mit einem vom TÜV Rheinland zertifizierten Konzept zur Akutschmerztherapie bei Kindern, Kleinkindern, Säuglingen und Neugeborenen. Mit unserem professionellen Schmerzmanagement wollen wir während der gesamten Behandlungsphase eine optimale Schmerzreduktion bei geringsten möglichen Nebenwirkungen schon bei unseren kleinsten Patienten erreichen. Ziel unseres interdisziplinären Behandlungskonzeptes ist es, Schmerzen, die kurz vor, während oder nach der Operation auftreten können, soweit zu lindern, dass sie für unsere kleinen Patienten keine Beeinträchtigung darstellen.
Das Besondere am Schmerzkonzept der Kinderklinik in Sankt Augustin ist die fachübergreifende, interdisziplinäre Versorgung durch die Anästhesiologie, Kinderchirurgie, Orthopädie, Neurochirurgie und Kollegen des Herzzentrums. Unser Team setzt sich neben gesondert geschulten Ärzten besonders auch aus fachlich speziell ausgebildeten Pflegekräften zusammen. Diese so genannten "Pain-Nurses" können eigenverantwortlich Aufgaben in der schmerztherapeutischen Versorgung unserer Patienten übernehmen, was Zeitverluste reduziert und die Patientennähe verbessert.
Bereits bei der Planung der Narkose im Prämedikationsgespräch werden sinnvolle Schmerztherapieverfahren mit den Eltern besprochen und nach der Operation gegebenenfalls noch vor Beendigung der Narkose eingeleitet.
Der Schwerpunkt unserer Behandlung liegt dabei auf regionalen Verfahren, die mittels einer einmaligen Punktion für einige Stunden Wirkdauer oder über eingelegte Katheter, über die kontinuierlich ein Lokalanästhetikum in kleiner Menge fließt, für mehrere Tage durchgeführt werden. An den Armen und Beinen können größere Nervenstränge körperstammnah gezielt aufgesucht und betäubt werden (Plexusblockaden) oder einzelne Nerven (Leitungsblockaden) im weiteren Verlauf zu den Händen und Füßen. Für Operationen am Körperstamm (z.B. Bauch, Becken, Brustkorb oder Rücken) und ausgedehnte Beineingriffe stehen peridurale Verfahren zur Verfügung. Hierbei werden die Nerven noch innerhalb des knöchernen Wirbelkanals zentral in der Nähe ihres Ursprunges betäubt, so dass große Areale erreicht werden können. Bei kleinen Kindern kann man die Einstichstelle hierfür am unteren offenen Ende des Wirbelkanals wählen (Kaudalanalgesie).
Wenn die oben genannten Verfahren nicht sinnvoll oder anwendbar sind, kann ungefähr ab dem Vorschulalter eine sog. PCA-Pumpe ("patient controlled analgesia") von uns auch "Schmerzpumpe" genannt, eingesetzt werden. Mit diesen elektronisch gesteuerten Pumpen kann sich ein Patient innerhalb vorgegebener Grenzen selbständig nach seinem Bedarf Schmerzmedikamente über eine intravenöse Infusion abrufen.
Die "klassischen" Schmerzmedikamente werden bei allen Therapieformen begleitend nach Bedarf als Tropfen, Tabletten, Zäpfchen oder Infusion verabreicht.
Solange Patienten mit einem der beschriebenen Verfahren therapiert werden, finden regelmäßig Visiten des perioperativen Schmerzdienstes und ggf. eine Überwachung der Atmungs- und Kreislaufwerte statt. Damit wird kontinuierliche Kontrolle gewährleistet und die Therapie kann immer wieder überprüft und an die aktuelle Situation angepasst werden. Selbstverständlich arbeiten wir mit standardisierten Messmethoden wie VAS, FPS und KUSS (visuelle Analogskala, Faces Pain Scale und Kindlicher Unbehagen- und Schmerz-Score).
Die TÜV-Zertifizierung "Perioperative Akutschmerztherapie" war der letzte folgerichtige Schritt, unsere auf Leitlinien basierenden Qualitätsstandards in der kindlichen Schmertherapie auch von externen Gutachtern überprüfen und bestätigen zu lassen. Die Teilnahme am Projekt QUIPSInfant ermöglicht uns die Qualitätsbewertung über den Vergleich mit anderen Kliniken und über den Wissensaustausch zwischen den teilnehmenden Kliniken die Möglichkeit für weitere Verbesserungen.
Für Fragen zur perioperativen Akutschmerztherapie können Sie sich über die Pforte der Klinik (Tel. 022412490) mit dem diensthabenden Kollegen verbinden lassen.
Elterninformation - Schmerztherapie 296 KB
Kinderinformation - Schmerztherapie 330 KB

Lesezeichen setzen
